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Heiliger Geist und Geist des Menschen

 

Wenn Menschen „etwas mit Gott zu tun haben“ sollen, müssen sie erkennen können, inwiefern das zutrifft.

Welche Bedeutung hat die menschliche Erkenntnis für das Verhältnis zum Heiligen Geist?

Erkenntnis ist die Fähigkeit des Geistes, um sich selbst und anders zu wissen.

Wissen ist ein Bei-sich-sein und beim Erkannten sein. Es ist Bewusstsein von. Das Sein, das bei sich und anderem ist, heißt Bewusstsein. Bewusstsein von sich und anderem zu haben, ist Erkenntnis.

Da bei endlichen Wesen die das Wie und das Was (die Art und Weise und das Wesen) nicht zusammenfallen, treffen sie auf das Problem der Bewusstseinsbildung: Das Was liegt fest, das Wie ist veränderlich.

 

Bewusstseinsbildung als Aufgabe

Gott bringt sich immer neu selbst hervor: Der Vater zeugt von Ewigkeit her den „Sohn“ (das „Wort&ldquo. An diesem Lebensprozess soll der Mensch Anteil bekommen. Damit es dazu kommen kann, muss der Lebensgestaltung höchste Aufmerksamkeit zukommen. Sie muss sich an den trinitarischen Lebensvorgängen (= Personen) orientieren.

„Wüsste“ der Sohn nicht, dass er vom Vater gezeugt ist, wäre er beziehungslos. Das Miteinander (Beziehungswirklichkeit) von Vater und Sohn ist der Heilige Geist, „der vom Vater und vom Sohn ausgeht“. Geist ist also als „Beziehungswirklichkeit“ zu denken und sie ist im Denken und Wollen immer im Spiel. Somit ist Geist Bewusstsein, das sich schon immer in Beziehungen zu sich selbst und immer neuen Möglichkeiten vor-findet.

Dass wir sind, ist eine Gegebenheit und wie wir sind hängt davon ab, womit wir in Beziehung stehen oder nicht.

Geist Gottes muss „immer schon“ (absolut) sein

Endlicher Geist kann das immer und überhaupt (unbedingt) wissen, wenn seine Erkenntnisfähigkeit für das Unbedingte (die Vernunft) es ihm sagt. Dann steht endlicher Geist vor der Frage, ob er nur darum wissen soll, oder ob die erkannte Realität selbst in seinem Leben zur Wirkung kommen soll. Endlicher Geist weiß somit, dass er nach „Offenbarung“ des Geistes Gottes fragt und weiß dadurch zugleich, dass durch Offenbarung die äußersten Möglichkeiten des Menschseins Wirklichkeit werden sollen. Endlicher Geist erkennt sich angesichts der Möglichkeit von Offenbarung als Wesen der unbegrenzten Möglichkeiten.

Infolgedessen stellt sich auf Aufgabe der Bewusstseinsbildung als unabschließbar. Möglichkeiten des endlichen Geistes, die Zukunft schaffen, müssen im nicht-endlichen Geist Wirklichkeit sein. Möglichkeiten und Wirklichkeiten sind als Gefüge von Beziehungen die Welt.

 

Endlicher Geist gerät vor ungeahnte Möglichkeiten

Die ursprüngliche (und darum nicht ableitbare) Bewegung des Geistes ist die Frage. Sie kann sich auf alles richten, aber vernünftigerweise auf nichts anderes als das, was die Frage ermöglicht und rechtfertigt. Möglichkeiten sind noch ausstehende Wirklichkeiten. Wie sich jemand zu Möglichkeiten verhält, bestimmt sein Menschsein in Gegenwart und Zukunft.

(Wie reich sind die Möglichkeiten des einzelnen oder aller? Welche Möglichkeiten sind zu meiden, welche verschlossen, welche stehen offen?)

 

Die Aktivität des Geistes

Das Ineinander von Determination und Freiheit ist nicht zu durchschauen. Darum kann nur unterschieden werden. Determiniert ist der Mensch durch seine Natur als Bereich der Endlichkeit. Zur Selbstbestimmung frei ist er in seiner Person, seiner Einmaligkeit als Geistwesen. Insofern er determiniert ist, wirkt anders auf ihn ein. Insofern er frei ist, ist er dazu als Wesen der Möglichkeiten ermächtigt. Er soll über seine jeweilige Begrenztheit hinauswachsen können.

Die „Ermächtigung“ zur Selbstverwirklichung ist dem endlichen Geist aus nicht-endlichem Geist gegeben. Geist Gottes gibt sich so, dass endlicher Geist sich weitergeben kann: Die Selbstmitteilung Gottes ist der konstitutive Grund für Mitteilung überhaupt. Somit muß auch in der Endlichkeit die Mitteilung konstitutiv sein: alles muß für etwas anderes sein und ihm dieses Merkmal mitgeben können. Übernahme der Selbstmitteilung Gottes ist Selbstverwirklichung. Selbstmitteilung an den Anderen ist Liebe, die wiederum zur Selbstmitteilung ermächtigt ist.

Wo sich zeigt, dass die Selbstmitteilung Gottes Mitteilung dessen bewirkt, wogegen nichts auszusetzen ist (= des Guten), nimmt die Selbstmitteilung Gottes in der Endlichkeit des Menschen Gestalt an. Es muss uns unselbstverständlich bleiben, weil wir sonst irgendwann alles wüssten und alles könnten. Wir wären selbst absoluter Geist; was wir mit Sicherheit nie sein können.  

30.6.20 09:33
 



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