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Die Disposition des Empfängers für die Wirksamkeit der Sakramente

 

Beobachtungen und Fragen

 

Kinder werden getauft, sie werden auf das Sakrament der Buße und Kommunion vorbereitet. Später sind sie gegenüber dem „Sakramentenempfang“ auffällig zurückhaltend. Erwachsene „spenden sich“ das Sakrament der Ehe. Dennoch soll ein Priester ihrer Wahl „sie trauen“. Das Sakrament der Krankensalbung wird gelegentlich noch empfangen. Wenn die Disposition des Empfängers nicht mehr feststellbar ist, sorgen die Angehörigen sich zuweilen noch um die „letzte Ölung“.

Jahrhunderte hindurch sind die Sakramente als „Gnadenmittel“ diskutiert und gelehrt worden. Die Sakramentenlehre in der kirchlichen Dogmatik ist ein Denksystem, in dem zwar die Bedeutung der Sakramente durchleuchtet wird, die Lebensgestaltung der Gläubigen wird jedoch nicht anders gesehen, als dass sie sich nach dem auszurichten hat, was die Kirche über die Sakramente lehrt. (Das ist in der Regel nicht mehr als das, was ihnen ein zufällig zuständiger Priester „beibringt&ldquo.

Es müsste sich doch im Laufe des Lebens ein auffälliger Unterschied zeigen zwischen Menschen, die Sakramente „empfangen“ und solchen, die ohne sie leben. Entweder haben die Sakramente eine Wirkung, die hier im Dasein die Menschen erkennbar formt, oder die Wirkungen bleiben unter Verschluss, weil sie im Bereich der Person liegen, die von der menschlichen Natur überdeckt wird.

Wir stehen vor der Frage, ob die Sakramente in dem Sinne „Mysterien“ (Geheimnisse) sind, dass sie das Bewusstsein des Menschen dort bilden, wo er sich selbst noch entzogen ist, nämlich in seinem personalen Bewusstsein. („Was wir sein werden, ist noch nicht offenbar.“ 1 Joh 3,2).; oder ob sie die Vergegenwärtigung der Unergründlichkeit Gottes (daher Mysterien) sind, die nur deswegen nicht in Erscheinung treten, weil der Mensch sie infolge seiner Sündigkeit nicht zur Wirkung kommen lässt. (Sündigkeit ist seinsmäßig die Entkopplung von Person und Natur. Die sündigen Taten wären also rein naturale Werke. („Das Fleisch nützt nichts.“ Joh 6,64).

Im ersten Falle ist eine „Phänomenologie des Christseins“ nicht zu erreichen, weil Gott nur wissen lässt, was er den Menschen sein lassen will, so dass in der Erfahrung nichts Konkretes zu finden ist. Christen und Humanisten sind zwar nicht aus demselben Holz, aber sie haben das gleiche Aussehen.

Im zweiten Falle stehen wir vor der Frage, ob die Empfänger der Sakramente es nicht an etwas fehlen lassen, was zu einer Lebensgestaltung führt, die erst durch die Sakramente zu erklären ist und anders nicht zustande kommt. Denn die Geistesverfassung der Menschen wird in ihren Taten konkret. Anderenfalls gibt es zwei verschiedene Leben im Menschen, die sich zu einander verhalten wie eine Bauzeichnung zu einem bewohnten Haus.

Es soll darum der Frage nachgegangen werden, ob das Wirken Gottes im Leben der Christen zum Ausdruck kommt oder ob die Christen nur das Wissen um eine künftige oder gelegentliche Lebensgestaltung durch Gott festhalten und das ihren „Glauben“ nennen. Mehr als dieses Wissen haben sie darum nicht zu bieten. Ein „sola fide“ (allein durch den Glauben) wäre dann ein Zusatz zu einem Leben, das gerade durch das Glaubenswissen bekümmert bleibt, während die Ignoranten sich wie unbekümmerte Atheisten des Lebens erfreuen, wo immer es möglich ist, bis sie ausgespielt haben.

Die „Kinder Gottes“ heißen nur so, aber sie sind es nicht. Allenfalls haben sie die fragwürdige Aussicht, es zu werden. Doch einmal müssen sie wissen, was sie sind. Und das sollte ihnen nicht „am Ende“ als große Fragwürdigkeit bewusst werden. Sie müssen es können und darum wissen, mit wem sie leben sollen: Mit dem Gottmenschen, der ihnen von Anfang an begegnet. Denn „im Anfang war das Wort“, das sich personschaffend auch an den im „Fleisch“ endlichen Menschen richtet, so dass das Wort schon der sakramentale Zugang zum Sakrament ist.

20.6.20 09:49
 



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