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Kein Interesse am religiösen Leben

Aber die Kindertaufe soll nicht fehlen. Denn sie ist als Familienfeier fällig. Beim Taufgespräch hört man schon einmal zu, weil man so etwas ja noch nie gehört hat. Man kann das ja unwidersprochen hinnehmen, dass Gott sein unvergängliches Menschsein jedem Menschen anbietet und dadurch alles anders ist, als es sein müsste, wenn die Menschen sich selbst überlassen blieben. Aber das ist wohl mehr eine „Theorie“, die von Christen geglaubt wird. Wenn das wirklich von praktischer Bedeutung wäre, hätte man das längst merken müssen. So herausragend sind die Beiträge der Christen zum Leben auch nicht. Wenn es sie eines Tages nicht mehr geben sollte, würde niemand etwas vermissen.

Wie man im Leben zurecht kommt, haben die Menschen so einigermaßen herausgefunden und jeder Neuankömmling in der Welt, wird, wenn auch mit Mühe, dazu gebracht, eines Tages auf eigenen Füßen zu stehen. Das alles hat mit Religion nichts zu tun. Unmittelbar nicht. Denn wer kann, was er will, kommt mit dem Leben zurecht, solange er es kann. Im religiösen Leben geht es um das, was mit Wollen und Können nicht zu erledigen ist. Es geht um ein Können, das dem Sollen entspricht. Was wir sein sollen, ist niemals eine belanglose Frage. Sie wird nur deswegen nicht offen gestellt, weil wir sie uns selbst beantworten, indem wir etwas nennen, was für die Sozialordnung, in der wir leben, maßgeblich und verbindlich sein muss: Freiheit, Gerechtigkeit, Toleranz, Verantwortung. Das wird niemand bezweifeln. Was mit diesen Begriffen verstanden werden soll, muss immer wieder neu ausgehandelt werden. Dann sind wir „streitbare Demokraten“ und damit haben wir genug zu tun. Die Frage, wer wir sein sollen, ist die bedrückendste Frage, die sich uns stellt. Denn sie ist von uns praktisch nicht zu beantworten. Da die Antwort jedoch nicht ausbleiben kann, werden Antworten gegeben, die wir schon kennen und zu einem Pflichtenkatalog zusammengestellt. Somit treten wir auf der Stelle. Alles endet mit dem Interesse an der Selbstsicherung. Und da hinter dem Sollen immer eine Macht zu vermuten ist, die bestimmt, wie wir leben sollen, kommt man ohne misstrauische Abgrenzung nicht zur Ruhe.

Wenn Sollen und Können niemals ins Gleichgewicht kommen, sondern immer wieder neue ausgehandelt werden müssen, weil Wollen und Können allein die Machtfrage ins Spiel bringen und mit ihr die Konkurrenz, wird es keine Liebe geben können. Erst die Liebe fragt: Wer willst du für den Anderen sein? Das ist eine permanente Frage. Aber woher kommt die immer neue Antwort? Wenn sie nicht aus dem uns innewohnenden Menschsein Gottes kommt, das uns in der Taufe versichert wird, können wir sie nicht geben.

7.4.20 09:59
 



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