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Was muss man überhaupt erst nehmen?

Mit Sicherheit sein eigenes Leben. Und dabei nicht nur die Lebensumstände, sondern die eigene Geistesverfassung. Nun durchzieht die Geistesverfassung Menschen das ganze Bewusstsein, vom Empfinden bis zum Gewissen, das auf die Freiheit sieht. Bei der Freiheit, die mit einem Wort nicht erklärt werden kann, fängt er ganze Ernst an. Denn was die Freiheit kann oder nicht kann, ist das eigene Leben. Das selbstverwirklichte Leben. Warum kann der Mensch sein Leben selbst hervorbringen? Schon das Wissen darum müsste ihn teils erschrecken und teils erstaunen lassen. Aber wenn wir nur das Produkt anderer wären, könnte man zurecht darauf verzichten, sein Leben ernst zu nehmen. Der eigene Wille spielte keine lästige Rolle, obgleich der Wille der Schauplatz des Guten ist. Aber wenn andere zu bestimmen haben, was gut sein soll und die anderen auch nicht mehr sind als man selbst ist, wieso muss man sie dann über das eigene Leben bestimmen lassen? Wenn von anderen aller Grund abgesprochen werden könnte, das eigene Leben ernst zu nehmen, weshalb soll jemand dennoch die Anderen ernst nehmen? Und wenn sie ernst genommen werden wollen, obgleich sie anderen die Freiheit nehmen, kann ihre Freiheit nur noch darin bestehen, dass sie zwar machen können, was sie wollen, aber dabei haben sie nie etwas getan, was vom Anderen akzeptiert werde könnte. Was sind die Menschen noch einander schuldig, wenn die Frage danach von vornherein schon verworfen worden ist? Wenn Fragen unterschlagen werden, bleiben die Antworten aus. Jene Frage, die von keiner Frage überholt werden kann, ist die Frage nach der Zukunft der Menschen. Wer sollen sie sein? Es ist die Frage nach Gott. Die Antwort sind die Menschen selbst. Wenn sie die Frage nach der Zukunft mit Gott nicht stellen, müssen sie bei der Frage bleiben, die sich ihnen aufdrängt: Wer wollt ihr sein? Die Antwort sind sie, insofern sie sein können, was sie sein wollen. Aber das reicht nicht weit. Die Gottesfrage bleibt, weil sie sich stellt, aber sie hätte keine Antwort gefunden. Das Leben bleibt. Aber es ist eine Sisyphusexistenz. Eine vergängliche Tat muss durch die nächste vergängliche Tat ersetzt werden.

26.3.20 09:37
 



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