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“Hilf” Beten immer?

„Was sagen Sie jemandem, der sagt, er habe so viel gebetet, aber es war umsonst?“

So brutal es klingt: Beten “hilft” nichts. Jedenfalls nicht in dem Sinne wie das funktionale Alltagsdenken es haben möchte. Für das funktionale Denken hängt ein Ergebnis von der entsprechenden Ursache ab. Warum sagt Jesus: “Wenn ihr betet, macht er nicht wie die Heiden. Sie meinen, nur erhört zu werden, wenn sie viele Worte machen. Euer himmlischer Vater weiß, was ihr nötig habt, bevor ihr ihn bittet”? Die Menschen um ihn herum beteten wohl auch manchmal wie die Heiden, so dass er etwas klären musste. Sagen wir es so: Gott teilt sich vorbehaltlos mit. Mehr kann er nicht tun. Dadurch sind alle Voraussetzungen gegeben, die der Mensch benötigt, um zu verwirklichen, was ihm nicht fehlen darf, nämlich sein zu können, was er sein soll. Gott ist darum für uns  eine vorgegebene und alles ermöglichende Wirklichkeit. Dadurch können wir immer wieder “weiterkommen”, also Möglichkeiten verwirklichen. Dann aber kommt etwas dazwischen, was uns nicht weiterkommen lässt oder uns etwas nimmt. Und deshalb sagt man: Not lehrt beten. Das wäre eigenartig, wenn wir erst durch den Zwang, den die Not ausübt, zum Beten kämen.

„Was ist das, was dazwischen kommt und unser Leben mehr oder weniger schwer beeinträchtigt?“

Nennen wir es die Negativität. Sie ist eine allgegenwärtige Macht, die sich nicht wegschicken lässt, wenn sie uns in Bedrängnis bringt. Es lässt sich keine Krankheit, die zum Tode führt, “wegbeten“. Der Tod schon gar nicht. Er kann dem Menschen sogar suggerieren: Wenn du nicht mehr kannst, was du willst, wirst du auch zum Schluss nicht mehr am Leben sein.

„Wie kann man sich gegen die suggestive Negativität behaupten?“

Das ist doch überhaupt nur denkbar, durch die Kraft, die größer ist als unsere Kraft. Diese Kraft muss nicht nur größer sein, sondern konstitutiv. Also qualitativ anders. Und das ist ihrem Wesen nach die Kraft Gottes.

„Sollen und können wir also nur um Kraft beten?“

Nicht nur, sondern immer. Denn ohne Kraft kann nichts sein und nichts erreicht werden. Jesus aber sagt auch: “Bittet um was ihr wollt. Es wird auch gegeben.” – Gott hat ein größeres Interesse an unserem Leben als wir. Er wirkt schon immer so, dass wir sein können, was wir sein sollen. Es muss den Beter interessieren, wie er werden kann, was er werden soll. Er muss sein Leben in der Problematik des eigenen Menschseins, des Zusammenlebens und in der Schicksalhaftigkeit bejahen können. Der Grund dafür, dass er das kann, ist das authentische Menschsein Gottes. Im Gebet geht der Beten auf den Umgang des Gottmenschen mit uns Menschen ein. Im Gebet machen wir uns bewusst, dass wir durch den Umgang mit Gott werden können, was wir werden sollen. Das hoffen wir. Gibt es nichts zu hoffen, gibt es keine Beter. Gott will uns befähigen, das zu verwirklichen, was wir hoffen, sein zu können. Das Gebet ist unser Einverständnis mit dem Wirken Gottes. “Dein Wille geschehe”, ist das Rückgrat des Gebetes.

„Und was wird der Beter dadurch?“

Er kommt dem näher, was er sein soll, weil es daran nicht fehlen darf. Von selbst kommt er dem Letztbedeutsamen nicht näher.

„Kann man auch für jemanden beten?“

Im funktionalen Sinn sicherlich nicht. Aber manche lassen sogar für jemanden beten und geben dafür Geld. Etwa jene, die eine “Messer bestellen” oder ein Domkapitel, das andere dafür bezahlt, dass sie das Chorgebet übernehmen. Dahinter steht ein funktionales Denken, wie es jeder in seinem Alltagsverstand hat: Der erwünschten Wirkung muss eine entsprechende Ursache vorausgehen. Der Priester könne, so meinen sie, einen “Apparat” bedienen, durch den einem Kranken oder Verstorbenen oder auch Reisenden “Gottes Gnade” zufließe. Wenn der Alttagsverstand an der Vernunft vorbei etwas festhält und in diesem Sinne glaubt, sitzt das in seiner Vorstellung und sie ist von Natur aus sehr zählebig. Denn was er nicht versteht, aber für nützlich oder notwendig hält, muss er glauben. Ob das richtig oder falsch ist, fragt er dann nicht mehr. Er will es ja glauben, weil er sonst ratlos dastände. “Für” jemanden zu beten, kann deswegen wohl nur heißen, darum zu beten, dass man im Umgang mit ihm die notwendigen konstitutiven Verhaltensweisen zustande bringt. Denn ohne sie ist ein Miteinander von Personen gar nicht möglich. Sie sind total verschieden und folglich von einander prinzipiell abgegrenzt. Man kann sich kein Verhältnis zu einer Person beschaffen, sondern die Person des Anderen ermöglicht das Verhältnis zu ihr durch ihre konstitutiven Fähigkeiten. Das Gebet ist Selbstkonstitution, um konstitutive Fähigkeiten zu entwickeln. Man nennt sie auch Nächstenliebe.

„Was jagen Sie nun jemandem, der eine Messer bestellt?“

Zunächst einmal, dass er sein Geld behalten soll. Das verunsichert manche. Sie wollen es auch bei Pastor Holzauge loswerden, weil sie das sonst auch so gemacht haben. Dann sollen sie es in den Opferstock tun. Aber gesagt wird ihnen, dass man einem Verstorbenen nichts nachreichen kann. Denn er hat uns mit Sicherheit das voraus, was uns noch fehlt. Und deshalb müssen wir uns in der Feier der Eucharistie weiterbringen lassen, damit wir nach unserem letzten Tag auf Erden nicht verlegen bei unseren Angehörigen ankommen, weil wir nicht wissen, wie ein Miteinander unter Personen gelebt wird, die ganz neue Lebensmöglichkeiten verwirklichen können. Im Gegensatz zu uns. Wir müssen wissen, wie wir konstitutive Fähigkeiten ausbilden. Das beginnt mit dem Gebet. Das Gebet ist Selbstkonstitution. Denn niemand kann für andere sein, was er nicht ist. Tatsächlich bestätigen Menschen, die um ihren Verstorbenen als “arme Seele” trauern, dass sie nicht mehr in dieser Hinsicht um ihn trauern. Sie sagen, sie sähen sich selbst als “arme Seelen” und beten darum, dass sie es nicht bleiben.

18.1.19 09:00
 



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