Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Holzauge, sei wachsam




  Letztes Feedback
   20.04.19 09:49
    Jesus hat mit allen disk
   26.04.19 01:21
    Hallo, ob Sie wirklich
   4.06.19 14:11
    Pastorholzauge gibt ja s



https://myblog.de/pastorholzauge

Gratis bloggen bei
myblog.de





 

Die Heilsbotschaft der Christen heißt Evangelium

Evangelium heißt zu deutsch Frohbotschaft. Die Getauften machen aber überwiegend nicht den Eindruck, dass sie froh sind, diese Botschaft zu kennen. Woran liegt das?

Allgemein liegt das am unzureichenden Verständnis. Sodann aber auch an der unzureichenden Erklärung der Bedeutung und Wirkkraft dessen, was da zunächst nur auf dem Papier steht. An der Erklärung der Heiligen Schrift arbeiten doch fachkundige Denker, die Exegeten. Und deren Veröffentlichungen sind unüberschaubar. Haben sie die Bibel nur kommentiert. Die Exegeten leisten eine notwendige Vorarbeit. Sie zeigen, wie die Verfasser das verstanden haben, was wir in der Bibel lesen und wie dementsprechend das Glaubensverständnis der ersten Christen dokumentiert worden ist. Uns fehlen aber die Bibeltheologen, die das dokumentierte Glaubensverständnis aus der Schrift als Quelle an das Daseins- Selbstverständnis der heutigen Menschen anschließen. Vor fünfzig Jahren gab es in der katholischen Kirche noch nicht einmal eine Handvoll Bibeltheologen auf den Kathedern der Universitäten. Für die Glaubenslehre waren die Dogmatiker zuständig. Sie waren die Architekten der Glaubenslehre. Die Exegese war für sie eine Hilfswissenschaft. Sie verwendeten viele Schriftstellen für die Schriftbeweise der dogmatischen Glaubenslehre wie es ihnen gerade passte. Dagegen konnten die Exegeten damals überhaupt nicht ankommen. Dann ist doch die Glaubenslehre der Kirche zunächst einmal dogmatisch und die Bibel ist so eine Art Steinbruch, aus dem das Material kommt. Wo ist dann aber das Wort Gottes zu finden?  Zunächst muss geklärt werden, was mit dem Ausdruck “Wort Gottes” gemeint ist. Insgesamt geht es dabei um die Offenbarung Gottes. Woran sie bemerkt worden ist, ganz gleich, ob in der Geschichte Israels, in der Lehre der Propheten oder im Wirken Jesu von Nazareth, wird nicht erörtert, sondern vorausgesetzt. Es muss aber zunächst einmal geklärt werden, was Offenbarung ist und was nicht. – Doch bei dieser Aufgabe ist das Zweite Vatikanische Konzil schon eingeknickt. Es sollte sich über die Quellen der Offenbarung äußern und hat sich dann wohl gesagt: Die Offenbarung haben wir. Wir müssen nur noch darauf hinweisen, dass sie in Schrift und Tradition vorliegt. So hat man als “Konstitution über die göttliche Offenbarung” das Dokument “Dei Verbum” (Das Wort Gottes) herausgegeben. Bei der Abfassung des Textes ging es jahrelang, vorsichtig gesagt, hoch her. Hätte man der Sprachphilosophie auch nur über die Schultern geschaut, hätte man sagen müssen: Während die menschliche Sprache nur informativ und bestenfalls performativ sein kann, muss das Wort Gottes konstitutiv sein. Konstitutiv heißt, es wird bewirkt, was zunächst nicht ist, aber zu erkennen gegeben wird. Doch so weit hat sich der Papst in seiner letzten Enzyklika auch nicht hervorgewagt. Er hält das Wort Gottes nur für performativ. Performativ brüllt jeder Kasernenhoffeldwebel. Performativ reden alle Sektenprediger. Anderenfalls könnten sie nichts erreichen. Konstitutiv kann ursprünglich nur Gott selbst “sprechen”. Anderenfalls gäbe es überhaupt kein Evangelium. Denn es ist ja mehr als eine Lehre, sondern der Zugang zur Person des Gottmenschen. Der Zugang wird sprachlich vergegenwärtigt. Der Umgang mit Christus soll sich im christlichen Leben abspielen. Doch zum Umgang gehören immer mehrere. Dann hat sich die Kirche mit dieser Konzilserklärung wohl in Verlegenheit gebracht. Da dem Konzilsdokument keine Verlegenheit anzumerken ist, ist es für sich genommen erledigt. Es hat nichts gebracht, weil es der Sache nicht auf den Grund gegangen ist. Das konnte unter den gegebenen Voraussetzungen auch nicht zustande kommen. Demgegenüber kommt es darauf an, dass für das Heilsverständnis der Getauften die Heilige Schrift als Quelle und kritische Instanz für das eigene Verständnis bedacht wird. Das Wirken Gottes ist nicht exklusiv, sondern ursprünglich in der Schrift festgehalten. Das betont der Evangelist Johannes am Schluss seines Evangeliums. Es geht darum, durch Gottes konstitutives Wort die Gewissheit zu bekommen, dass Gott mit seinem Geist auch sein authentisches Menschsein verschenkt. Die Gewissheit gibt uns die Hoffnung. Sie ist das Rückgrat der “Frohbotschaft”. Weil daraus Gottes konstitutives Wort wirkt, darf man sie auch als Hoffnungsbotschaft verstehen. Darüber müssten die Christen eigentlich “froh” sein. Das griechische Wort Eu-angelion lässt auch daran denken, dass das Gute das absolut Erste ist und darum die Oberhand behält. Das Gleiche liegt im Begriff der Hoffnung.

14.1.19 09:15
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung