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Das religiöse Leben ist voller Unklarheiten und Defizite

Kann das jemals anders werden? Als Wesen unübersehbarer Möglichkeiten haben wir doch nur unsere jeweiligen Möglichkeiten. Es fehlt uns deswegen immer etwas und obendrein fehlt das meiste. Auch vom Letztbedeutsamen sind alle weit entfernt. Unsere Urteilsfähigkeit ist von der Klugheit und Weisheit immer wieder weit entfernt und unsere Entschlusskraft entsprechend gering. So ist es zwar in allen Lebensbereichen. Aber damit finden sich doch nicht alle ab. Der religiöse Mensch sieht sich vor die Gottesfrage gestellt und weiß dadurch, dass er die Differenz zwischen Sollen und Können nur um den Preis der Geduld Schritt für Schritt schließen kann. Wir kennen uns doch gar nicht aus in dem, was wir für immer sein sollen. Wir wissen nur, durch unsere Frage, dass es darum geht. Aber dadurch wissen wir zugleich um das für uns unlösbare Problem, es zu erreichen. Dann weiß doch keiner, ob er ein Verhältnis zu Gott gefunden hat oder ob er es sich nur einbildet. Anders kann es zunächst nicht sein. Man nennt das die “Heilsaporie”. Auf dem “Meer der nicht verwirklichten Möglichkeiten” hat man kein Land unter den Füßen. Man kann nur auf den Kompass der Hoffnung blicken und Kurs halten, also in den jeweiligen Situationen zeigen, was wir sind. Was bringt dann alles religiöse Wissen überhaupt ein? Es “fermentiert” das Selbstverständnis. Nehmen wir an, das Selbstverständnis ist der Zentralbegriff für unser Bewusstsein, dann gehen die Interessen daraus hervor. Ferner das Tun und Lassen, das sich besonders im Umgang auswirkt, der wiederum die Lebensqualität bestimmt. Es dürfte ein maßgeblicher Unterschied sein, ob jemand sein Selbstverständnis aus religiösem Wissen und religiöser Erfahrung gebildet hat oder nicht. In dieser Hinsicht lässt sich bei “Gebildeten” ein Lackmustest machen. Bei nicht wenigen von ihnen schiebt ihr Berufs- und Bildungswissen religiöse Interessen rechts neben das Komma. Von ihnen ist darum nur selten ein religiös gebildetes Selbstverständnis zu erwarten. Sie sind selbstbewusste Kinder dieser Welt mit Taufschein. Oft sind sie auch kirchennahe Plattenjockeys. Das Selbstverständnis hat entsprechende Folgen. Was davon abweicht, werden wir nicht begrüßen können. Darum: Holzauge, sei wachsam!

Wie ist angesichts der Heilsaporie ein Gottesverhältnis überhaupt zu verwirklichen? Ein Gottesverhältnis kann, wie jedes Verhältnis unter Menschen, jemandem nur vom Anderen her ermöglicht werden. Deshalb teilt Gott sein Menschsein mit und insoweit es bei uns zum Ausdruck kommt, ist das ein Erweis dafür, dass wir an einem Verhältnis zu Gottes interessiert sind. Am Sinngeschehen und an der Sinnverwirklichung zeigt sich, worauf es uns ankommt. Problematisch bleibt, dass wir uns nicht von den bedingten Gütern lösen können und dass Gott uns befähigen muss, die unbedingten Güter zu ergreifen. Die Jünger erschraken, als Jesus sagte: “Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt” und sagten: “Wer kann dann noch gerettet werden?” Der im Sinne der Schrift Reiche ist jeder, insofern er dem Endlichen so verhaftet ist, dass er meint, etwas anderes brauche ihn nicht zu interessieren. Aus einer solchen Selbstbegrenzung vermag sich kein Mensch zu befreien. Sie ist selbstbestimmt und nicht zufällig. “Für Menschen ist das unmöglich. Für Gott ist alles möglich”, sagt Jesus darauf. Wir wissen, was uns fehlt, nämlich das, was wir noch nicht sind, und dass unsere Selbstverwirklichung die Voraussetzung dafür sein muss, dass wir durch Gottes Menschsein neu geschaffen. - “wiedergeboren” - werden. Sollte uns das ahnungslos überraschen, wissen wir nicht, ob wir den nötigen Bewusstseinswandel zustande bringen. Er muss vorher durch ein religiöses Selbstverständnis begonnen werden. Was man nicht bedacht hat, kann man erst wissen, wenn es zu Bewusstsein kommt. Ob man im letzten Augenblick noch darauf kommt, ist höchst fraglich, wenn man die Frage gar nicht gestellt hat. Darum: Holzauge sei wachsam! Wir sind schon hinsichtlich der bedeutsamsten Fragen nicht sonderlich aufgeschlossen. Wo wir nicht fragen, lassen wir die Möglichkeiten auf sich beruhen und kommen deswegen nicht weiter.

10.1.19 08:58
 



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