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Religion ist Privatsache

Es war eine politische Abmachung nach dem Dreißigjährigen Krieg, die Religion zur Privatsache zu erklären. Inzwischen ist das eine Sache der eigenen Lebensauffassung. Sehen Sie darin einen Vorteil. Eine religiöse Lebensauffassung liegt immer im Selbstverständnis eines Menschen. Sein Selbstverständnis zu offenbaren, setzt jedoch einen entsprechenden Anlass voraus. Entweder muss man es verteidigen oder rechtfertigen. Oder man hat Zweifel und vertraut sich jemandem an, von dem man annimmt, dass er einem helfen kann. Oder aber, man möchte etwas dazulernen und zeigt deswegen anderen sein Glaubensverständnis etwa in einem Gesprächskreis. Das wäre seiner Natur nach zwar unproblematisch, etwas dazu zu lernen, praktisch aber kommt es nur sehr selten dazu. Fast alle haben Angst, ihre Unwissenheit eingestehen zu müssen und sagen kaum etwas. Dann könnten sie doch fragen. Auch das tun sie nicht gern, weil sie dadurch auch ihr Selbstverständnis zeigen. Allenfalls lehnen sie etwas Unbekanntes ab. Kann es dann überhaupt zu der vielbeschworenen Erneuerung kommen? Unter den genannten Voraussetzungen wohl nicht. Weil aber niemand sagen kann, wir brauchen keine Erneuerung, wird viel Betrieb gemacht mit “pastoralen Impulsen” und “spirituellen Angeboten”. Dieser Aktionismus hat auch keine anderen Wirkungen als das fraglose Mitmachen in der Vergangenheit. Man macht auch nur mit, was andere einem vorsetzen. Es sieht wohl nach persönlicher Beteiligung aus, aber die Interessen sind überwiegend rezeptiv. D.h. Hauptsache, es wird etwas geboten und man kann etwas “mitnehmen”. Selbst zu denken, halten nicht wenige für “gegen den Glauben gerichtet”. Dass Denken und Wissen überhaupt heilsnotwendig ist, kommt doch niemandem in den Kopf. Was müsste denn nach Ihrer Meinung aufgegriffen werden? Es muss zunächst geklärt werden, worauf es immer und überhaupt ankommt und was deswegen nie fehlen darf. Das ist die Erwiderung des Gottesverhältnisses, das Gott durch seine Menschwerdung zu uns gestiftet hat. Deshalb muss die Möglichkeit und Notwendigkeit eines Gottesverhältnisses eingesehen werden und sodann die Kriterien für ein Gottesverhältnis genannt und gefunden werden. Das hört sich an, als müssten alle noch Theologie studieren. Auch durch ein Theologiestudium käme man vielleicht auch nicht zur Sache. Für jeden hängt alles, was er erlebt und tun kann von seiner Bewusstseinsverfassung ab. Sie ist im Maße des Selbstverständnisses jedem unmittelbar gegenwärtig. Das Selbstverständnis ist in sich voller Fragwürdigkeiten und von Fragwürdigkeiten umgeben. Aber wer will das überhaupt bedenken? Bei der “Sache” ist man erst, wenn eingesehen wird, dass Gottes Selbstmitteilung für uns erst dadurch zu begreifen ist, dass Gott sein authentisches Menschsein jedem anbietet und das Kriterium für die Annahme die Gemeindebildung ist. Der Begriff der Gemeinde muss durch Erfahrung belegt sein. Anderenfalls gibt es nur verschieden gemusterte kirchliche Ortsverbände. Sie haben teils den Charakter von Baustellen und teils von Reparaturbetrieben. Wenn die Getauften sich nicht um eine Bewusstseinsbildung bemühen, die ihnen im Umgang mit Gott durch Gebet und Sakramente offen steht, bleiben wir bei der Religionsverwaltung stehen und kommen nicht zur Heilsverkündigung. Sie besteht darin, dass Menschen die Differenz zwischen Sollen und Können Schritt für Schritt mit einander schließen können. Genügt dafür nicht die einfache Volksfrömmigkeit? Volksfrömmigkeit ist überall anders. Sie ist generations- und traditionsabhängig. Die Heilsverkündigung ist unabschließbar. Denn der Umgang mit dem Gottmenschen hört von ihm her nicht auf. Aber bei uns ist der Umgang mit ihm so “lebendig” wie die Kirche: Schleppend und ratlos. Jeder hat doch “seinen Glauben” und will dabei bleiben. Der Aufruf Jesu zur Umkehr, zur Metanoia, der doch zumindest bedeuten muss, nach bedeutsameren Möglichkeiten zu fragen, ist längst abgeschrieben. Wie kann man dann an der bedeutsamsten Möglichkeit des Lebens interessiert sein? Wollte man den Menschen sagen: Denkt euch euren Himmel und bittet Gott, ihn euch zu geben, wäre das von vornherein weniger, als das, was Gott dem Menschen zugedacht hat. Darum: Holzauge, sein wachsam! Das Letztbedeutsame können wir uns nicht ausdenken, sondern nur geben lassen. Er ist “Gnade”, also ein Geschenk, das “kein Auge gesehen, kein Ohr gehört und keines Menschen Herz jemals erlebt hat. Dies Große hat Gott denen bereitet, die seine Liebe erwidern”, schreibt der Apostel Paulus den Christen in Korinth. (1 Kor 2,9). Das kann man wissen und es kostet nichts, sich dafür zu entscheiden. Wer sich entschieden hat, macht das Letztbedeutsame zum Programm und braucht sein Selbstverständnis nicht zu verstecken. Das Letztbedeutsame lässt sich nicht überbieten. Denn es ist ein Leben, das vorbehaltlos bejaht wird, weil nichts fehlt. Könnten wir es uns vorstellen, wäre es nicht das Letztbedeutsame, weil man wieder fragen könnte: Gibt es nicht noch etwas Besseres. Es gibt nichts Besseres als ein Leben, das immer besser wird. Hier und jetzt und immer. Das Problem ist: Woher kommen die Menschen, die das verwirklichen können? Christen sagen und hoffen: Aus dem Menschsein Gottes.

 

7.1.19 08:51
 


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