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Das Schicksal lässt nicht mit sich handeln

Karl Rahner hat gesagt: Der Christ sei ein radikaler Aporetiker. Wie kommt er als Dogmatiker darauf?

Karl Rahner war kein dogmatischer Plattenjockey, wie mancher, der sich für einen seiner „Schüler“ hält, weil er viel theologisches Denkwissen „abgespeichert“ hat, aber nicht zu urteilen versteht. Rahner wusste, inwiefern man als Theologe überhaupt etwas sagen kann: Er kann nur in Analogien reden. D.h. alles, was er sagt, hat mehr Unähnlichkeit als Ähnlichkeit mit dem, wovon die Rede ist, nämlich von Gott. Es ist unmöglich, mit endlicher Erkenntnis die Wahrheit Gottes anders als analog zu vergegenwärtigen, weil man nur vergegenwärtigen kann, was im endlichen Bewusstsein liegt und in der Sprache angezeigt wird. Wenn nun schon das Erste von allem, die Wahrheit Gottes, über unser Fassungsvermögen hinausgeht, gilt das ebenso für sein Wirken. Was geschieht, wenn der Geist Gottes auf den Geist des Menschen einwirkt? Wie können wir das wissen? Was geht dabei in uns vor und was wird dann aus uns? Das ist unsere Aporie, dass wir nicht voraussehen können, was mit uns geschehen muss, damit wir werden, was wir sein sollen und wie wir uns dabei verhalten werden. Dann wissen wir doch durch die Aporie, weshalb es sie gibt. Ebenso wissen wir aber auch, dass wir sie nicht umgehen können. Darum heißen die letzten Worte Jesu an Petrus: „Wenn du aber alt geworden bist, wirst du die Hände ausstrecken und ein Anderer wird dich führen, wohin nicht willst.“ Die Aporie liegt in der Gottesfrage. Nach Gott fragen wir, wenn wir wissen wollen, wer wir sein sollen. Die Antwort ist das uns von Gott zugedachte Menschsein. Es liegt in einem zunächst nicht verwirklichten Können. Wie wir uns verstehen und verhalten müssen, dass wir sein können, was wir sein sollen, ist unsere Aporie. Das lässt unser Selbstverständnis recht kurzatmig werden. Deshalb möchten die meisten „in Ruhe gelassen“ werden und weiterhin an ihren Glauben glauben. Dieses Verlangen ist gefährlich, denn unser Selbstverständnis ist die Bedingung für das Verstehen des jeweils anderen und des „ganz Anderen“, das zum Gottesbegriff gehört. Unverständnis ist keine Entschuldigung, sondern eine Aufforderung, es zu überwinden und zwar durch Fragen nach dem jeweiligen Grund und dem Grund überhaupt. Sonst verstehen wir den Sinn unseres Lebens nicht.

18.7.19 09:13


Wer kennt das authentische Menschsein?

Jedem Menschen liege das authentische Menschsein Gottes zu Grunde. Wodurch nimmt es im Leben der Menschen Gestalt an, so dass jeder merken könnte, was Gott bewirkt und was er ihm zu verdanken hat? Das kann jeder in seinem Selbstverständnis herausfinden. Aber das stellt niemand zur Schau. Mehr als an das Selbstverständnis etwas heranzutragen, also auf etwas aufmerksam zu machen,  ist normalerweise nicht möglich. Im Umgang miteinander zeigt sich, was die Menschen von einander halten. Wahrhaftigkeit und Wohlwollen sind immer ein Kriterium für die Bedeutung des Umgangs. Aber das ist nicht selbstverständlich, so dass man wohl sagen kann, alles, was nicht selbstverständlich ist, ist von Gott ermöglicht und deshalb können die Menschen es tun. Dafür sind die Pastoren – die Hirten der Kirche  – doch ausgebildet, den Gläubigen das klar zu machen. Das hatte man uns künftigen „Seelsorgern“ suggeriert. Aber es kam alles ganz anders. Das im Studium eingespeiste theologische Denkwissen ließ nur erkennen, dass es aus einer Sonderwelt stammt und bestenfalls etwas zur eigenen Orientierung beiträgt.  Es wurde obendrein mit funktionalem Denken verbunden. Theologisch waren wir überhaupt nicht auf der Höhe der Zeit und sind es bis heute nicht. Im theologischen Denken ist die überwiegende Mehrzahl der „Seelsorger“ überhaupt nicht zu Hause. Sie sind milieuabhängig und könnten dazu nur durch eigenes Denken auf Distanz gehen. Wollen oder können sie das nicht, sind sie kirchliche Beamte, die die ihnen zugerwiesenen Ortsverbände „betreuen“. Wenn sie die Durchschnittschristen zufrieden stellen, sind sie „gute Seelsorger“.

Wie kann man sich denn vom kirchlichen und klerikalen Milieu unabhängig machen? Von einem Milieu kann man sich nur unabhängig machen, wenn man es verlässt. Anderenfalls bleibt nur die Distanzierung. Dadurch aber macht man sich zum Außenseiter und sitzt immer da, wo der meiste Platz ist: Zwischen den Stühlen.

Ist man dann überhaupt für die Begründung eines Gottesverhältnisses kompetent? Es könnte doch sein, dass man eine religiöse Ideologie vertritt. Wer dies Problem anschneidet, wird des Unglaubens bezichtigt und man redet nicht mehr mit ihm. Dadurch hat er jedoch den Nachweis für eine ideologische Auffassung des Christseins. Letztlich muss jeder seinem Selbstverständnis folgen und dabei streng unterscheiden zwischen bedingt und unbedingt. In Grenzfragen ergeht es doch jedem so. Gott sei Dank, möchte ich sagen. Denn in Grenzfragen kann die Antwort nur in einer bedeutsameren Alternative liegen. Wer in dieser Richtung weitermacht, findet zu Gott. Aber nicht erst am Jüngsten Tag, sondern hier „zwischen den Stühlen“.

Wie aber sieht es vor der Grenze aus? Wie zeigt sich, dass die Menschen es mit Gott zu tun haben? Wer dem Anderen jeweils zu dem verhilft, was er allein nicht verwirklichen kann, „liebt“ den anderen. Mehr ist nicht möglich, als Möglichkeiten zu Gunsten anderer zu verwirklichen. Das entspricht dem Wirken Gottes.

17.7.19 09:07


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