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 „Pastor Holzauge, was sagen Sie zum fehlenden Priesternachwuchs?“

Was ich dazu sagen kann, ist belanglos. Die Bischöfe müssten etwas dazu sagen. Denen kann ich keine Vorschläge machen. Deshalb frage ich zunächst: Weshalb sagen die Bischöfe nicht, warum für das Verhältnis der Menschen zu Gott Priester notwendig sind? Wäre das notwendig, müssten sie es doch klar machen können. Hätte ich früher danach gefragt, hätte man mich nach Hause geschickt. Wer so fragt, wäre doch nicht berufen gewesen. Denke ich an meine Ausbildung zurück, so halte ich sie für naiv. Mit der Bedeutung des Priesters in der Heilsverkündigung hatte das nichts zu tun. Gehorsam und Zölibat waren die Berufungskriterien, alles andere sollte sich aus den Aufgaben ergeben, die man in einer Gemeinde vorfindet.

„Was würden Sie einem Jugendlichen sagen, der Priester werden will?“

Ich würde ihm nur Fragen beantworten. Wollte ich ihm den Beruf “schmackhaft” machen, müsste ich selbst Illusionen haben. Allenfalls würde ich ihm, wenn er mich fragt, sagen, dass den Menschen etwas klar gemacht werden muss, was nur die Kirche sagt. Vorausgesetzt, sie hat die entsprechenden Theologen. Die Gemeinden aber wollen, nach meiner Erfahrung, gar keinen theologisch denkenden Priester, sondern ein Faktotum für kirchliche Angebote.

 

„Als Sie anfingen gab es doch noch mehr Theologiestudenten, die Priester werden wollten. Warum ist das ist heute nicht mehr so?“

Auch damals blieb nur ein Drittel dabei. Warum die meisten aufhörten, weiß ich nicht. Der Zölibat war sicherlich eine große Hürde. Ein Professor sagte mir einmal: Würde der Zölibat aufgehoben, würden die Theologiestudenten und Priester in Scharen heiraten. Das war nicht nur seine Meinung. Denn ein paar Jahre später, nach dem Konzil, ließen sich nicht wenige laisieren und zwar um zu heiraten und nicht, weil das Konzil ihren Glauben zerstört hätte. Das Glaubensverständnis der Priester ist Verschlusssache und diffus. Das zeigt sich auf Priesterkonferenzen. Sie sind Pflichtveranstaltungen, die nichts einbringen. Woher auch?

 

„Im Gegensatz zu den westeuropäischen Ländern gibt es doch in Polen immer noch genügend Priesternachwuchs. Wie erklären Sie sich das?“

Das kann ich mir nur insoweit erklären, wie ich es von Polen gehört habe. Dort gehören Priester zu einem Stand und sind sehr daran interessiert, eine “reiche Pfarrei” zu bekommen. Aber auch dort, wie bei uns, ist es ein Problem der Identität, ob jemand Priester werden will. Wer sich seine Identität zuweisen lassen will, wird auch heute bei uns noch Priester. Wer seine Identität selbst hervorbringen will, weiß, dass er im Klerus nur als Einzelkämpfer existieren kann und eine Randexistenz hat. Die “Mitbrüder” sind Individualisten, die mit ihren Interessen “hinter dem Berge bleiben” und nicht viel von einander halten. Die “Invidia clericalis” – sich schief ansehen – ist sogar hierarchisch gefestigt.

 

„Würden Sie auch heute wieder Priester werden wollen?“

In dieser Frage steckt vermutlich eine zweite Frage: Würden Sie sich heute anders entschließen? Zunächst weiß jeder, dass eine solche Frage unrealistisch ist. Denn niemand kann heute etwas anders machen als das, was er früher gemacht hat. Er kann nichts wiederholen. Zunächst fände ich heute als Jugendlicher kein hinreichendes Motiv in der Kirche. Immerhin ist mir das eine gewiss geblieben: Es muss einige geben, die den Menschen die Notwendigkeit eines Gottesverhältnisses verdeutlichen, so gut sie das können. Wenn sie das selbst nicht eingesehen haben, können sie das auch anderen nicht einsichtig machen. Darum verstehe ich mich zunächst einmal als “gelernter” Theologe, der eine Sache vertritt, die gerechtfertigt ist. Inwiefern ich mich als “Priester” verstehe, ist in vieler Hinsicht fragwürdig und ich weiß auch warum. Man hat mir von Anfang an gesagt: “Ob Sie berufen sind, bekommen Sie das ganze Leben nicht heraus. Das sagen wir ihnen.” Was hat man mir nicht alles schon gesagt? Wäre die Bedeutung des “Weiheamtes” wirklich so erhaben, wie man das im Katechismus und im Konzilsdekret lesen kann, könnte man nur sagen: Habt ihr diese Leute überhaupt? Woher wollt ihr sie denn nehmen? Ich verstehe mich einerseits als Bestandteil der personellen Verfügungsmasse des Bischofs und andererseits als einer, der Gott alles schuldig bleibt, was er als Priester sein soll. Denn niemand erreicht sein Heil, weil ich ihm dazu verholfen habe, sondern ganz und gar ohne mich. Der Apostel Paulus war doch nicht der einzige, der sagen konnte: “Ich glaube nämlich, Gott hat uns Apostel auf den letzten Platz gestellt, wie Todgeweihte; denn wir sind zum Schauspiel geworden für die Welt, für Engel und Menschen. Wir stehen als Toren da um Christi willen.” Solche muss es auch geben. Denn wenn niemand einen Grund hat, zu fragen: Warum gibt es in der Christenheit Priester?, braucht man sie auch nicht. Warum es immer weniger Priester gibt, liegt auch daran, dass ihre Bedeutung relativ ist. Denn sonst hätte Gott, der nicht auslässt, was um des Heiles der Menschen willen notwendig ist, es nicht so weit kommen lassen. Er behält “das Heft in der Hand”, aber seine Hirten lesen es nicht, sondern machen, um der Kontinuität willen, was sie für richtig halten. Aus dem Aggiornamento ist nichts geworden. Denn dann müsste man fragen, woher kommen jene Christen, die den heutigen etwas voraus haben. Deshalb fehlt in der Kirche immer mehr, was nicht fehlen darf.

14.12.18 09:02


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„Pastor Holzauge, die Glaubenslehre der Kirche

ist im Katechismus amtlich veröffentlicht. Es gibt den zweibändigen Erwachsenenkatechismus, den die Deutsche Bischofskonferenz herausgegeben hat und den römischen für die Weltkirche. Wer kennt diese umfangreichen Veröffentlichungen in Ihrer Gemeinde? Richtet sich die Pastoral danach?“

 

Wer darin liest, weiß ich nicht. Nach dem Erscheinen des ersten Bandes habe ich ihn in den monatlichen Glaubensgesprächen mit den Teilnehmern ein Jahr lang durchgesprochen. Die Information über das, was die Kirche über Gott und die Menschen lehrt, wimmelt geradezu von Redewendungen und Stereotypen, die nichts erklären, sondern erst erklärt werden müssen. Was ist z.B. eine “Grundentscheidung über die Ausrichtung und den Sinn des Daseins überhaupt”? Das sei “dasselbe, wie die Frage, ob man mit dem Gott-Sein Gottes Ernst machen will”, heißt es im selben Atemzug. Wenn man sich nicht fragt, wie das Leben zu verstehen sein müsste, wenn es all das nicht gäbe, was der Katechismus sagt, kommt man durch diese beachtliche Fleißarbeit der Theologen nicht zur Sache. Die Differenz zwischen Selbstverständnis und Heilslehre muss man ohnehin selbst überbrücken. Der Katechismus packt nur die Waren aus, welchen Gebrauch man davon macht, muss man selbst wissen. Das Selbstverständnis der Menschen soll mit religiösem Denkwissen aus dem Katechismus eingekleidet werden. Man meint wohl, wenn wir das glauben, was da steht, sind wir Christen.

 

„Sie beklagen nur Mängel. Was schlagen sie vor?“

Eine Phänomenologie des Christseins müssten die Fundamentaltheologen vorlegen, damit deutlich gemacht werden kann, was der Mensch mit Gott zu tun hat. Sie ließe sich immer weiterentwickeln und hätte ihren “Sitz im Leben”. Die Phänomene sind da, aber der Logos ist abgekoppelt. Ein kleiner Hinterhofpfarrer wie ich, kann da nur ein Sandkastenspiel machen. Mit pathetischen Reden können Sie keinen religiösen Vortrag mehr anbringen.

 

„Wollen Sie die Dogmatik entthronen oder sogar begraben?“

Keineswegs. Sie wird auf ihrem Thron sitzen bleiben. Aber es ist zu fürchten, dass das bald niemand mehr beachtet. Wenn jemand, der auf dem Thron sitzt, nur auf Anerkennung wartet, anstatt zu “herrschen”, ist das ein Problem aller. “Herrschen” heißt ursprünglich, bessere Lebensmöglichkeiten erschließen. Damit sind die Menschen seit jeher ihr Leben lang beschäftigt. Heilsmöglichkeiten zu erschließen, schiebt man auf die Pastoral der Gemeinde ab. Was profitiert ein Pfarrer für die Pastoral von seinen pastoralen Experten und Vorgesetzten? Inzwischen preist man schon “niederschwellige pastorale Angebote” an. Dann fehlt nur noch die “Weiße Fahne” am Kirchturm.

13.12.18 08:46


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