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Was ist in der Kirche noch schiefgelaufen?

Es muss etwas schiefgegangen sein. Die Kirche konnte nur entstehen durch eine konstitutive Kraft des Guten im Menschen. Was war da entstanden? „Sie waren ein Herz und eine Seele und hatten alles gemeinsam,“ lesen wir in der Apostelgeschichte. Auf einen Begriff gebracht würden wir heute sagen: Sie konnten ein Verhältnis unter Personen schaffen. Personenverhältnisse sind „Glücksache“. Denn als Personen sind die Menschen einmalig und insofern radikal abgegrenzt. Sie sind Individuen. Im Bereich ihren Naturen sind bedingt abgegrenzt. Im Maße einer Verwandtschaft ihrer Naturen haben sie mehr oder weniger gemeinsam. Die Grenze zwischen Personen bleibt solange unüberwindbar, wie sie nicht durch die konstitutive Kraft der Person überbrückt wird. Diese Kraft ist nicht naturgegeben, sondern auf die Annahme des Wirkens Gottes zurückzuführen. Das Gute schafft Verbundenheit. Sogar unter Ganoven. Die konstitutive Kraft der Person schafft Verhältnisse. Sie sind von beiden Seiten her gleich stark. Gewissermaßen „doppelt genäht“. Die konstitutive Kraft vermag im jeweils Anderen zu bewirken, was er aus sich allein nicht sein kann. Es wird ihm gewissermaßen „eingepflanzt“, was er nötig hat, um für den Anderen sein zu können, was er sein soll. Denn das kann er ohnehin nicht mit sich allein abmachen. Die ersten Christen haben die „Kraft von oben“, den „Heiligen Geist“ empfangen und mit ihm die konstitutive Kraft, die nun einmal das Wesen des Geistes Gottes ist. Das Ergebnis war die Übereinstimmung im Zusammenleben. Sie musste immer wieder neu ergriffen werden im konstitutiven Umgang mit dem Auferstandenen beim „Herrenmahl“. Das nennen wir heute das „Sakrament der Kommunion. Was ist hier schiefgelaufen? In der romanischen Welt, war das funktionale Denken tonangebend. Wie etwas funktioniert, war von Interesse. Man sprach nicht mehr vom „Mysterium“, also jener Wirklichkeit, die ohne die sinnliche Wahrnehmung ins Bewusstsein einwirkt, sondern vom „Sakrament“. Das ist ein Begriff aus dem Militär und bedeutet Fahneneid. Er hat den Charakter des Unbedingten. Im Sakrament wird das unbedingt Zuverlässige, nämlich Gottes Gnade, gegeben. Ohne sie ist der Mensch verloren. Erst durch sie wird er aus der Verlorenheit „gerettet“, „erlöst“, „freigekauft“. Sakramente „funktionieren“ immer. Unabhängig vom Spender. Sie bewirken, was sie zu verstehen geben. Sakramente sind Gnadenmittel. Sie verleihen bestimmte Gnaden. Gnaden sind besondere Gaben. Verschiedene Klassen von Gnaden wurden gelehrt. Immer waren sie etwas Dingliches oder eine Hilfe zum Heil. Ein Additiv wie eine „übernatürliche Traubenzuckerspritze“. So wurde es gesagt. Aber die „Gnade“ ist Gott selbst, insofern er sich in seinem Menschsein an jeden Menschen von jeher mitteilt und zwar konstitutiv und nicht nur „helfend“. Was ist weiterhin schiefgelaufen? Wenn Gott sein Menschsein konstitutiv mitteilt, so hängt die konstituierende Wirkung beim Menschen davon ab, wie er sich versteht und dementsprechend verhält. Das herauszufinden ist Aufgabe der theologischen Anthropologie. Sie ist neben der theologischen Ethik (Moral) ein Stiefkind der Kirche. Wie will man wissen, was man mit Gott zu tun hat, wenn man es nicht an den Menschen bemerken kann? Was aber muss sich dann zeigen lassen? Sicherlich dass der Mensch ein Interesse daran hat, die Differenz zwischen Sollen und Können mehr und mehr schließen zu können. Wenn alle können, was sie sollen, dürfte wohl alles in Ordnung sein. Das weiß jeder, aber warum kommt es nur teilweise dazu? Und warum bleibt es so oft aus? Das konstitutive Wirken Gottes befähigt den Menschen zum konstitutiven Handeln. Das beginnt bei ihm mit der Selbstkonstitution, die wir nach wie vor nur „beten“ nennen. Das erweist sich im konstitutiven Umgang, der gemeinschaftsbildend ist. In einer Gemeinschaft ist das Miteinander von besonderer Qualität. In ihr ereignet sich die Personwerdung durch Kommunikation unter Personen als Schicksalsgemeinschaft. Personenverhältnisse lassen sich nicht durch Erfassungstechniken herstellen. Deswegen hören sie auch nicht auf, wenn sie zustande gekommen sind. Das Wesen der Kirche besteht in Personenverhältnissen. Ihr Unwesen liegt in einer religiösen Bewegung wie bei anderen religiösen Bewegungen, die ganz dem Zeitgeschmack entsprechen und deswegen „ankommen“. Solange Personenwerdung ein „Unwort“ ist, läuft weiterhin vieles schief.

 

13.10.17 09:15
 
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