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Nicht alles ist glaubwürdig. Das Bedeutsamste jedoch zweifellos

Du glaust auch alles...
Wer möchte sich das schon nachsagen lassen? "Ich glaube gar nichts", ist auch nicht der Gipfel der Weisheit. Wer nichts glauben wollte, könnte auch nichts lernen. Aber da wird in unserer Sprache der große Unterschied nicht sofort klar zwischen etwas glauben und an jemanden glauben, sobald es dabei um "den Glauben" gehen soll. Wer einem anderen etwas glaubt, nimmt ihm ab, was er sagt. Wer aber an jemanden glaubt, vertraut nicht nur auf das, was er sagt, sondern lässt sich auf ihn ein. Er geht ein Verhältnis mit ihm ein. Was ihm dadurch bevorsteht, kann er nicht voraussehen. Er mag aufgrund des vorausgehenden Vertrauens nur das Beste erhoffen. Ob der Vertrauensvorschuss jedoch gerechtfertigt war, kann nur der andere bestätigen. An jemanden zu glauben oder ihm Vertrauen entgegenzubringen, ist immer ein Wagnis. Aber es gibt keine andere Möglichkeit, ein Verhältnis zum einem anderen zu finden.
Da Gott zunächst einmal der "ganz Andere" ist, ist es von vornherein unmöglich ein Verhältnis zu ihm einzugehen. Verhältnisse müssen immer vom anderen ermöglicht werden. Hinzu kommt noch das Problem. ob jemand an Gott glaubt oder an seine Vorstellung von Gott, kann sich erst im Laufe des Lebens an der Rückwirkung des Glaubens zeigen. Immer wird das eigene Leben anders, wenn ein anderer daran beteiligt ist. Wer an jemanden glaubt, gewährt ihm Einfluss auf das eigene Leben. Darum: "Holzauge, sei wachsam".
Diese Vorsicht entfällt jedoch, wenn Gott auf dass eigene Leben Einfluss nimmt. Von ihm ist prinzipiell nichts zu befürchten. Wir können von seinem Einfluss nur profitieren. Das ist .ja der Sinn des glaubens. Dennoch heißt es: "Holzauge, sei wachsam". So einfach ist es nicht, dem Problem des "vitalen Zirkels" zu entkommen. Wer an Gott glaubt, muss auch an seinen Glauben glauben. Nicht wenige glauben felsenfest an ihren Glauben, fanatisch und deswegen am Sinn vorbei. Sie haben zwar ihren Glauben, aber er kann nicht erreichen,  was er bewirken soll. Die Verbundenheit mit Gott zeigt sich an der konstitutiven Kraft des Glaubens, die Verbundenheit unter den Mitmenschen zu festigen. Denn der Sinn des Lebens ist ein Miteinander, an dem nichts auszusetzen ist, weil es immer besser wird. Es wird Reich Gottes genannt. Folglich kommt es ohne ein Gottesverhältnis nicht zustande. Denn Gott ist der Geber der Fähigkeit zur Solidarisierung in der Schicksalhaftigkeit des Zusammenwirkens.

13.6.17 09:27
 
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