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Selbstgemachte Hoffnung reicht nicht

Religion ist viel zu anstrengend und bringt nichts ein. Aber nur solange man ihr teilnahmslos gegenübersteht. Der religiöse Mensch mutet sich eine Frage zu, die ihm das Genick bricht, wenn er keine Antwort darauf findet. Er fragt: Wie muss ich leben, um unwiderruflich sein zu können, was ich sein soll? Wer kann ihm die Antwort überhaupt geben? Er weiß es zwar. Aber ob und wann er das Sein-Können erreicht, weiß er vor seinem letzten Tag auf Erden nicht. Zudem ist der Weg zur eigenen unumgänglichen Endgültigkeit schicksalhaft. Wer möchte darüber schon genauer nachdenken? Die Kirche mag zwar einen Kompromiss anbieten und den Menschen eine Glaubenslehre und Moral antragen und wer ganz sicher geben will, geht in einen „Orden“, wo er ein geregeltes, Gott wohlgefälliges Leben meint leichter führen zu können. Aber alle Entwürfe für ein christliches Leben sind von gestern. Die Kirche kann nur lehren, was schon bekannt ist. Leben aber kann heute niemand wie in der Vergangenheit. In der Schicksalhaftigkeit kann man auch „unter die Räder kommen“, aber nur wenn man keinen Abstand hält. Abstand von der Selbstsicherheit kann man durch die unbedingte Hoffnung halten. Denn die Hoffnung kennt das Urteil Gottes über den Menschen: „Ich-bin-da“ – wo du bist. Ist auf diese Hoffnung kein Verlass, ist am Ende alles umsonst und vorher war alles Schwindel, meint Pastor Holzauge

15.2.18 09:16


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Die Lebensqualität zeigt sich im Miteinander

Der Unterschied zwischen religiös und areligiös  fällt augenscheinlich nicht ins Gewicht. Ob ein Kollege oder Nachbar religiös ist oder nicht, kann einem doch egal sein. Wenn man sie jedoch kennt, ist das schon nicht mehr ganz so egal. Es ist nie belanglos, mit wem man es zu tun hat. Gerade deshalb ist es schon befremdlich, wenn man sogar viele religiöse Menschen kennt, aber nicht weiß, was bei ihnen deswegen so bemerkenswert sein soll. Zweifellos ist in der Geistesverfassung ein objektiv radikaler Unterschied zwischen einem religiösen und einem areligiösen Menschen. Aber diese Geistesverfassung um zum Ausdruck. In der Praxis nur selten. Der Areligiöse ist überwiegend selbstsicher. Der Religiöse ist in mancher Hinsicht befangen. Oft auch bedrückt. Er hat größere Bedenken, weil er etwas beachten muss, was der Areligiöse überhaupt nicht kennt und was ihn deswegen auch nicht interessieren kann. Zwar stehen alle Menschen vor der Gottesfrage. Sie heißt: Wer verhilft mir dazu, dass ich sein kann, was ich in jeder Hinsicht sein soll? Aber die Antwort liegt im Können. Das Wissen ist eine Voraussetzung für die Verwirklichung. Wie jemand wird, was er werden soll, hängt letztlich vom Umgang mit jenen Menschen ab, die er sich nicht aussuchen kann. Daran kommt ohnehin niemand vorbei. Aber erst dann kann er zeigen, „wess’ Geistes Kind“ er ist. Ob er sich dabei „aufopfert“, ist weniger von Bedeutung. Was für andere „dabei herausspringt“, ist maßgebend. Denn der Christ soll „Licht der Welt und Salz der Erde“ sein. Dazu kann er sich nicht selbst machen. Er soll sich aber dessen bewusst sein, dass Gott nicht ohne ihn den gottvergessenen Menschen jene Situation eröffnet, die ihnen nicht fehlen sollen. Der Christ muss andere nicht „missionieren“, sondern darum besorgt sein, dass sein Umgang mit anderen diesen anderen die Bedeutung des Miteinanders einschärft. Erst wenn das Miteinander verkommt, „fallen“ die Menschen von Gott ab. Leider ist das ausgezeichnete Miteinander, das Reich Gottes, immer noch weit weg. Aber das haben die Menschen sich selbst zuzuschreiben, wenn sie die Gottesfrage nicht stellen, meint Pastor Holzauge

14.2.18 09:22


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